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10 Gründe, warum du LaTeX nutzen solltest

1. Einführung

Im Gegensatz zu Office-Produkten wie Microsoft Word oder Open Office, handelt es sich bei LaTeX nicht um einen WYSIWYG (What You See Is What You Get), sondern um ein WYSIWYM (What You See Is What You Mean) Editor. WYSIWYG meint, dass das Dokument am Ende so aussieht, wie man es innerhalb des Programms gestaltet. Bei WYSIWYM gibt man durch Befehle an, wie das Dokument am Ende formatiert und dargestellt werden soll. Auf diesem Prinzip beruht im Übrigen auch HTML. Dass diese Form der Dokumentenerstellung weitaus komplizierter ist, sieht man schnell ein. Eine berechtigte Frage ist demnach: Warum sollte man überhaupt LaTeX nutzen? Hierfür gibt es viele Gründe!


2. Gründe für LaTeX

  1. LaTeX ist der Quasistandard für wissenschaftliche Publikationen (Bachelor-/Master-/Doktorarbeiten, Fachliteratur, Paper, ...). Es lohnt sich also durchaus, bereits vor dem Studium mit LaTeX zu beginnen, da du dann ohne große Umstellung direkt hochwertige Dokumente als Studienarbeiten einreichen kannst. Besonders im Informatikstudium helfen Kenntnisse in WYSIWYM-Editoren zur Gewöhnung an den omnipräsenten strukturierten Formalismus und die Arbeit mit Darstellungssprachen (wie HTML).
  2. Durch LaTeX wird ein sehr sauberes Layout erzeugt.
  3. Es können problemlos mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten (inklusive Dokumentationshistorie). Mittlerweile haben Google und Microsoft dahingehend nachgezogen, doch für viele solcher Dienste muss man Geld bezahlen. Bei LaTeX lässt sich sehr leicht ein Server aufsetzen, auf dem mehrere Personen gleichzeitig arbeiten können. Außerdem kann man in LaTeX einzelne Kapiteldateien unabhängig voneinander entwickeln und diese sehr leicht einbinden. 
  4. LaTeX nimmt einem viel Arbeit ab. Inhaltsverzeichnis, Verweise innerhalb eines Dokuments, Index und viele weitere Layout-Themen werden mehr oder weniger gratis mitgeliefert. Zudem kann man z. B. kleine Python-Skripte schreiben, die ein LaTeX-Dokument automatisiert verarbeiten. Ich habe so bspw. mal aus den Daten eines von mir auf der Arbeit aufgesetzten Medizin-Wikis themenspezifische PDF-Dateien automatisiert erzeugt.
  5. LaTeX verfügt über einen ausgereiften Formelsatz.
  6. LaTeX ist durch viele Packages, die einem zusätzliche Arbeit abnehmen können, erweiterbar. So ist es z. B. möglich mit Befehlen wie polylongdiv, der Polynomdivisionen durchführen und in verschiedenen Styles übersichtlich darstellen kann, mathematische Probleme in Textform zu lösen. Solche Packages lassen sich auch selber implementieren.
  7. Ein Dokument lässt sich (wie bereits erwähnt) in viele kleinere Dokumente aufteilen (z. B. in einzelne Kapitel), die bei der Zusammenführung nicht mühselig in ein Dokument kopiert werden müssen.
  8. Man ist bei LaTeX nicht an proprietäre Dateiformate gebunden, denn .tex-Dateien können mit jedem beliebigen Editor geöffnet werden.
  9. Mit dem eingebauten Übersetzer lassen sich aus den Rohdaten in Textform sehr leicht PDF-Dateien erzeugen, die dann mit einer Vielzahl an kostenfreien Readern geöffnet werden können und auch hier überall mehr oder weniger gleich aussehen.
  10. LaTeX ist kostenlos. Statt viel Geld für Microsoft-Lizenzen bezahlen zu müssen, hat man mit LaTeX eine kostenlose und (meiner Ansicht nach) viel mächtigere Office-Lösung als mit Microsoft Word.

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Vorteile, doch die bereits genannten Punkte sollten einen Großteil der Zweifler bereits überzeugt haben. Wir werden in dieser Tutorial-Reihe Schritt für Schritt eine Dokumentenvorlage erstellen, die individuell angepasst und erweitert werden kann. Diese stelle ich dir natürlich kostenfrei zur Verfügung. Nach und nach werden wir auf die typischen Fragestellungen von Studierenden bezogen auf die Erstellung von Seminar- und Abschlussarbeiten in LaTeX eingehen. Solltest du Fragen oder Wünsche bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung der LaTeX-Tutorials haben, dann kannst du sie gerne auch auf meiner Fragenplattform informatikstudium.net posten.