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Warum ist Python so populär?

1. Einführung

Wenn man am Anfang seiner Programmierkarriere ist, dann stellt man sich natürlich die Frage, mit welcher Programmiersprache man anfängt. Doch selbst dann, wenn man keine Karriere im IT-Umfeld plant, wird man in unserer zunehmend digitalisierten Welt sicherlich schon einmal über diese Thematik gestolpert sein. Dabei sticht eine Programmiersprache immer wieder hervor, nämlich Python. Warum ist das so? Warum gerade Python? Selbst Personen, die eigentlich nicht selbst programmieren können und/oder andere für sich programmieren lassen, haben schon einmal von Python gehört.

Ich selbst habe auch schon an der Münchner Volkshochschule Python-Programmierkurse gehalten und kann sagen, dass die Nachfrage wirklich extrem hoch ist. Meine Kurse waren immer voll besucht und aus den Personen auf der Warteliste hätte man locker noch einmal zwei Kurse halten können. Andere Kurse zu Java oder C++ sind bei weitem nicht so hoch frequentiert. 

Ich möchte dir in diesem Artikel ein paar Gründe nennen, die meiner Ansicht nach die hohe Popularität von Python bedingen.


2. YouTube-Werbung

Du wirst mit Sicherheit schon zahlreiche Werbeclips auf YouTube gesehen haben, in denen Kurse beworben werden, die einen zu einem fähigen Python-Entwickler ausbilden sollen. Egal ob NumPy oder Pandas, Ethical Hacking oder PyGame. Die Werbevideos versprechen einem oft, dass man all das in nur wenigen Wochen lernen kann. Und das stimmt teilweise auch. Somit kann die zahlreiche Werbung auf YouTube als Grund dafür angesehen werden, warum Python so beliebt ist. Man muss noch nicht einmal explizit nach Python suchen und bekommt teilweise auch auf Java-Video-Tutorials Werbung für Python geschaltet und wenn man sich dann exemplarische Code-Snippets ansieht, die in einer Code-Zeile das machen, wofür andere Sprachen zehn Code-Zeilen brauchen, dann überlegt man sich als Laie durchaus, ob man nicht vielleicht doch die Sprache wechseln möchte.


3. Python ist leicht zu lernen

Natürlich ist Programmieren nicht so leicht, wie es einem in den Werbe-Videos suggeriert wird. Wenn man z. B. Java oder C++ lernt, wird man schnell feststellen, dass für einfache Ausgaben auf der Konsole viele Zeilen Code notwendig sind, die man am Anfang nicht wirklich versteht. Man muss sich bei jeder Programmiersprache auf die Denkweise beim Programmieren einlassen, die je nach Sprachtyp nicht alltagstauglich ist. Python bietet hier teilweise eine Ausnahme, da die Syntax (also der Art, wie man in der Sprache programmiert) sehr leicht ist. Für eine einfache Ausgabe auf der Konsole braucht man in Python lediglich den Befehl print, während man in Java zunächst eine Klasse implementieren muss, diese dann mit einer statischen Main-Methode versieht, die einen kryptischen Übergabeparameter hat und dann muss man auch einen Befehl ausführen, der irgendwie nur über einen verschachtelten Aufruf von Bibliotheken möglich ist, die man alle noch gar nicht kennt. Wenn man des Englischen mächtig ist, wird man viele Teile des Quellcodes ähnlich wie einen Text lesen können (nur eben in sehr stark komprimierter Form).


4. Projekte

Man kann mit Python bereits nach kurzer Zeit größere Projekte mit graphischen Oberflächen umsetzen. Viele möchten so schnell wie möglich die Früchte ihrer Arbeit sehen. Durch entsprechende Bibliotheken, auf die wir gleich kurz zu sprechen kommen, kann man ohne wochenlange Vorarbeit schnell sichtbare Ergebnisse produzieren. Mit PyCharm bekommt man eine integrierte Entwicklungsumgebung (kurz IDE) an die Hand, mit der die Entwicklung sehr viel Spaß macht, da das Ausführen und Debuggen von Programmen ohne viel Brimborium möglich ist. Zudem ist eine Strukturierung der Projekte in sehr übersichtlicher Form möglich.


5. Bibliotheken und Einsatzzwecke

Python bietet eine sehr große Bibliothek, mit der fast alle Wünsche erfüllt werden können. Mit OpenCV kannst du bspw. eine Vielzahl an Bildoperationen durchführen und dir auf sehr einfache Art und Weise Photoshop-ähnliche Bildfilter programmieren. Mit NumPy und Pandas kannst du im Data-Science-Umfeld arbeiten. Mit PyGame kannst du Spiele programmieren ohne jedes mal das Rad neu erfinden zu müssen. Mit Tkinter kannst du mit relativ wenig Aufwand die bereits angesprochenen graphischen Oberflächen umsetzen. Die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Zudem gibt es zahlreiche Frameworks, mit denen auch Webseiten entwickelt werden können. Dazu zählen Flask und Django. Während eine Programmiersprache oft für einen speziellen Einsatzzweck geeignet ist, kannst du mit Python alleine bereits die großen Blöcke Web-Entwicklung und Data-Science abdecken. Auch das momentane Hype-Thema Deep Learning ist durch das Framework TensorFlow vertreten und motiviert viele, sich mit Python zu beschäftigen. Auch im Bereich Multithreading kann Python punkten.


6. Community und Geräte

Hinter Python steht eine riesige internationale Community, die an einer ständigen Weiterentwicklung und Optimierung interessiert ist. Mit seinen Fragen ist man also nicht alleine und kann auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen. Die Einstiegshürde wird dadurch also noch einmal ein bisschen niedriger. Generell reicht für die Python-Entwicklung ein einfacher Rechner. Wenn man sich die nötigen Werkzeuge nicht direkt auf seinem Rechner installieren möchte, kann man sogar auf Web-Ressourcen zurückgreifen und ausschließlich online programmieren. Selbst auf dem iPad kann man mit der App Pythonista 3 Python-Programme schreiben. 


7. Jobs

Wenn man die gängigen Job-Börsen durchforstet, dann wird man feststellen, dass auch hier Python sehr populär ist, was wiederum einen Einfluss auf die Popularität innerhalb der Entwickler-Community hat. Quasi alle FANG-Companies (also Facebook, Amazon, Netflix und Google) suchen Python-Entwickler und vertreten nicht selten die Auffassung "Use Python where you can and C++ where you must". Dementsprechend hoch sind auch die Gehälter, die in diesem Bereich gezahlt werden. Der Bedarf wird in Zukunft vermutlich noch weiter wachsen, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass man mit ausgeprägten Python-Skills arbeitslos wird, sehr gering ist. 


8. YouTube

Kehren wir zum Schluss dieses Artikels noch einmal zu YouTube zurück. Gibt man Python in die Suchmaschine ein, dann findet man hunderttausende Tutorials zu Python, wodurch das Erlernen dieser Programmiersprache sehr einfach ist. Überhaupt war es in der Geschichte noch nie so leicht wie heute, sich neues Wissen anzueignen. Insbesondere in Zeiten von Corona sollte man die Gelegenheit nutzen und sich weiterentwickeln bzw. weiterbilden. Python ist in meinen Augen dabei eine gute Wahl und eröffnet nach der Krise vielleicht sogar Perspektiven, an die man zuvor nicht gedacht hat.